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Pablo Picasso. Erotische Radierungen aus der Suite 156
19 Januar bis 20. Mai 2006

Am 19. Januar 2006 um 19:30 Uhr wurde in der kürzlich gegründeten Galerie für Kunst von Picasso bereits die zweite Ausstellung, Erotische Radierungen aus der Suite 156, eröffnet.

Pablo Picasso war um die 90 als er die nach der Anzahl der Blätter genannten Suite 1970 und 1971 mit einem Nachklapp in 1972 schuf. Die Folge, die in unterschiedlichen Radiertechniken entstand, ist durchdrungen vom Eros. Das Schöne und das Hässliche, Liebe und Tod, Harmonie und Gewalt werden hier als existentielle Grundfaktoren gemeinsam ins Bild gesetzt. Der Zyklus spiegelt in seiner Themenvielfalt Picassos Bilder-Fundus aus früheren Zeiten, u.a. das Motiv vom Maler und sein Modell.

Ein zentrales Thema der Suite 156 ist der männliche Voyeurismus, den Picasso in vierzig der Radierungen in der beobachtenden Gestalt des Malers Edgar Degas personifiziert hat. Durch das Einfügen einer männlichen Figur am Rande des Bildes, versetzt Picasso den Betrachter unweigerlich in die Rolle des Voyeurs, eine Situation, die in den Bordellszenen von Degas oder lasziven Harem-Bildern von Ingres bloß impliziert wurde. Picasso besaß elf Monotypien von Degas, die um das Thema der Prostitution kreisten, und die ihm hier u.a. als Vorlage dienten.

Die kontroverse Suite 156 wurde der Öffentlichkeit erstmals 1973 wenige Wochen vor dem Tod Picassos in der Pariser Galerie Louise Leiris gezeigt.

Anlässlich der Eröffnung las Carmella Esser zu spanischen Gitarrenklängen entsprechendes in spanisch und deutsch.

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